Jul 11

Implantate – Künstliches im Körper

Beitrag vom Jul 11 2011

Ein Zahnimplantat

Zahnimplantat

Implantate finden heute in vielen Bereichen der Chirurgie und verwandter Fachgebiete Anwendung. Nicht immer sind sie medizinisch indiziert. Sie können auch rein dem Wohlbefinden oder auch nur dem guten Aussehen dienen. Implantate bringen aber immer die Gefahr mit sich, dass sie – oft erst nach einem langen Zeitraum – zu unerwünschten Nebenwirkungen neigen. Sie sollten daher auf die unbedingt notwendige Indikation beschränkt bleiben.

Die Implantate reichen von Hilfsmitteln wie dem Herzschrittmacher über den Zahn- und Gelenkersatz bis zum Ersatz kompletter Organe wie dem menschlichen Herzen. Teilweise – der zuletzt genannte Fall ist ein solcher – dienen sie nur dem zeitweisen Ersatz von Organen oder Gewebeteilen, bis diese anderweitig ersetzt oder nachgewachsen sind.

Implantate – Meist ohne Komplikationen einsetzbare

Teilweise sind sie aber auch zum dauernden Verbleib im menschlichen Körper bestimmt und müssen dann Jahre oder Jahrzehnte ihren Dienst verrichten. Ein späterer Ersatz ist meist nachteilig, da er zu weiteren Eingriffen in den menschlichen Körper zwingt. Es kann auch sein, dass ein solcher Ersatz im höheren Lebensalter wegen anderweitiger Beeinträchtigungen nicht mehr möglich ist, weil der Patient einen solchen Eingriff nicht mehr überleben würde. Allgemein und heute meist ohne Komplikationen einsetzbare Implantate sind die Zahnimplantate zur Rekonstruktion des Gebisses oder der Herzschrittmacher zur Stabilisierung der Herzfunktion. Allgemein angewendet werden auch Implantate wie das künstliche Hüft- oder Kniegelenk, die nicht nur nach Unfällen, sondern auch nach Abnutzungserscheinungen eingesetzt werden.

Implantate halten nicht unbegrenzt

Diese Implantate halten zwar jahrelang, aber meist doch nicht unbegrenzt. In der Unfallchirurgie werden vielfach Implantate eingesetzt, die nur zeitweilig benötigt werden, beispielsweise zur Stabilisierung nach Knochenbrüchen. Nach mehr oder weniger langer Zeit werden sie wieder entfernt, können aber auch im Körper verbleiben, wenn sie nicht stören. Ebenso bekannte Anwendungen sind Stents und Gefäßprothesen oder Implantate, die in bestimmten Fällen Gehörlosen zum Hören und Blinden zum Sehen verhelfen können. Oft nicht medizinisch indiziert sind Transplantate im Bereich der Schönheitschirurgie. Bekanntes Beispiel ist die Implantation von Silikonkissen zur Brustvergrößerung. Allerdings hat sich die anfängliche Unbedenklichkeit als trügerisch erwiesen.

Implantate zur Rekonstruktion zerstörter Körperteile

Im Bereich der plastischen Chirurgie werden  Implantate zur Rekonstruktion zerstörter Körperteile nach Unfällen eingesetzt. Zu den Implantaten zählen auch in den Körper eingesetzte Depots für Arzneistoffe, die dann über einen längeren Zeitraum hinweg abgegeben werden. Nach dem Aufbrauch müssen sie ersetzt werden, falls die Indikation weiterhin besteht. Die Implantate können aus verschiedenen Materialien bestehen. Wichtig ist, dass sie vom Körper nicht abgestoßen werden. Anstelle von Edelstahl haben sich heute Titanlegierungen durchgesetzt, da diese eine MRT-Untersuchung nicht beeinträchtigen.