Jul 06
Chirurgie und ihre Randgebiete

Chirurgie und ihre Randgebiete
Der heutige Erfolg chirurgischer Eingriffe wäre nicht denkbar, wenn nicht auf den Gebieten rund um die Chirurgie bedeutende Fortschritte zu verzeichnen wären. Zwar ist die Chirurgie schon sehr alt. Schon aus der Frühzeit sind erfolgreiche Operationen am menschlichen Kopf bekannt. “Erfolgreich” bedeutet hier, dass der Mensch die Operation überlebt hat. Von den unzähligen nicht erfolgreichen Operationen gibt es kaum Berichte.
Eine der wichtigsten Entdeckungen rund um die Chirurgie ist die der Sauberkeit. Infektionen waren früher bis zum Erkennen ihrer Vermeid- und Heilbarkeit eine der Hauptursachen, aufgrund derer der Patient die zunächst erfolgreiche Operation letztlich doch nicht überlebt hat. Der Wundstarrkrampf ist das bekannteste Beispiel dafür, die Verringerung der Säuglingssterblichkeit ein anderes.
Wichtiges für die Entwicklung der Chirurgie
Wichtig für die Entwicklung der Chirurgie war auch die Verbesserung der Möglichkeiten, Schmerzen und Verkrampfungen beim zu operierenden Patienten zu vermeiden. Heute ist die Anästhesie ein eigenständiges Fachgebiet, das dafür sorgt, dass der Patient ausreichend lange “schläft” und nach der Operation auch wieder aufwacht. Dies war früher keine Selbstverständlichkeit.
So wird berichtet, dass kriegsbedingte Beinamputationen von einem guten Chirurgen in einer halben Minute erledigt waren – länger hätte der Patient nicht stillgehalten. Die ersten Narkosemittel waren sicherlich auch nicht diejenigen, die besonders wirksam waren. Dazu zählte beispielsweise Alkohol, mit dem der Patient wenigstens etwas betäubt werden konnte.
Die Blutstillung
Ein weiteres Problem betrifft die Blutstillung, ohne die größere chirurgische Eingriffe nicht möglich wären. Dazu gehören Kenntnisse über die Gerinnung des Blutes und deren Unterstützung, aber auch mechanische, thermische oder elektrische Methoden zur Versiegelung von Blutgefäßen. Schließlich ist die Beherrschung solcher Methoden unerlässlich, wenn unfallbedingte Blutungen gestoppt werden müssen.
Mit der Blutstillung allein ist es noch nicht getan. Blutverlust ist nicht ganz zu vermeiden, ganz abgesehen von den Fällen, wo dieser unfallbedingt eintritt. Daher gehört auch zur chirurgischen Praxis der Ersatz von verlorenem Blut durch Blutersatzprodukte oder Blutkonserven oder in bestimmten Fällen auch der direkten Blutspende. Auch hier waren erst die Erkenntnisse über die Blutgruppen notwendig, um die sonst auftretenden Komplikationen zu vermeiden.
Chirurgische Maschinen sind ein Muss bei einer Operation
Heute kommen auch Herz-Lungen-Maschinen und andere Geräte zum Einsatz, um Körperfunktionen während einer Operation aufrecht erhalten zu können. Ohne diese Apparate wären lang andauernde Operationen oder Organtransplantationen nicht denkbar.
Nicht unerwähnt sollten in diesem Zusammenhang auch die Schwierigkeiten sein, die die Chirurgen zum Erkennen wichtiger Details überwinden mussten. So war es zeitweise einem Chirurgen nicht möglich, bei einer Geburt anwesend zu sein. Ebenso konnten “innere” Erkenntnisse nur durch das heimliche Öffnen von Leichen gewonnen werden.